Angst im Alter: Die Null-Rendite der Altersvorsorge
Es muss immer mehr eingezahlt werden, um das Versorgungsniveau einigermaßen zu halten. Dementsprechend verunsichert das die Rentner in Deutschland. Da hilft es auch nicht schnell ein Gesetz durchzupeitschen, das die Höhe der Rente garantieren soll. Viele Rentner sehen, was bei diversen privaten Altersvorsorge-Produkten am Ende rumkommt: Nicht viel.
Riester-Rente rieselt
Die Zeiten mit Renditen von etwa 6 bis 8 % bei Aktien scheinen vorbei. Bei Geldanlagen ist die Verzinsung auf ein niedriges Niveau gesunken. Beides kann sich theoretisch wieder ändern, praktisch bereitet es derzeit jedoch Probleme.
Fondsgebundene Lebensversicherungen sind in die roten Zahlen gestürzt. Viele Riester-Verträge steuern derzeit auf eine Null-Rendite im Alter zu. Rürup-Sparer erkennen jetzt, dass sie ein hohes Alter erreichen müssen. Nur so bekommen sie netto das heraus, was sie tatsächlich eingezahlt haben. Auch private Rentenversicherungen lohnen sich immer weniger. Doch was will man machen?
Sofortrente mit negativer Entwicklung
Wer vor 20 Jahren umgerechnet 50.000 € in eine Sofortrente eingezahlt hat, erhält zurzeit im Schnitt 394 €. Bei Sofortrenten, die im Jahr 2000 eingezahlt wurden, sind es durchschnittlich nur noch 293 € monatlich. Im Zuge der Finanzkrise hat sich diese seit Jahren negative Entwicklung noch verstärkt. Mit dieser Folge: Sie müssen immer mehr einzahlen, um kommende Versorgungslücken im Ruhestand zu schließen. Was bekommt man da? Nartürlich: Panik.
Klassische Rentenversicherung: Garantiezins gesunken
Bei der klassischen Rentenversicherung ist der Garantiezins inzwischen auf nur noch 2,25 % gesunken. Dass dieser Betrag durch die Überschussbeteiligung merklich steigt, dürfte meist kaum zu erwarten sein. Je höher ein Versicherer die Lebenserwartung einstuft, desto mehr ist einzuzahlen, um sich die gewünschte Rente im Alter zu sichern.
Zudem arbeiten Lebensversicherungen mit diesem Trick: Wer sich versichert, soll angeblich länger leben. Wird jemand laut Statistischem Bundesamt ca. 83 Jahre alt, satteln die Versicherer nochmals kräftig drauf: Bei gleichem Jahrgang legen sie dann eine durchschnittliche Lebenserwartung von knapp 94 Jahren zugrunde.
Besonderheit bei Fonds-Policen
Auf die besondere Problematik von Fonds-Policen habe ich bereits hingewiesen. “Was tun?”, haben Leser gefragt, die sich in guten Börsenjahren solche Policen haben aufschwatzen lassen. Sind die Fondspolicen in den Keller gegangen, können Betroffene wie folgt vorgehen:
Wer einfach aussteigt und den Rückkaufswert kassiert, könnte das bereuen. Verluste sind dann endgültig und unvermeidlich. Vorzeitige Ausstiege oder auch Vertragseinstellungen sind zudem mit hohen Storno-Kosten verbunden.
Meist dürfte es besser sein, Verträge zu erfüllen. Aktuell kaufen die Versicherer Fondsanteile preiswert ein. Die Kurse sind niedrig. Läuft der Vertrag noch einige Jahre, besteht die Chance auf eine Kurserholung.
Ein weiterer Tipp: Klären Sie, in welche Fonds Ihr Geld fließt. Meist bestehen Wahlmöglichkeiten. Neue Prämien werden dann in solche Fonds investiert, die bessere Ergebnisse erwarten lassen.
Autor: Dr. Erhard Liemen, Quelle: Der Deutsche Wirtschaftsbrief
28. Januar 2010

